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GLASFASER UM GIGABIT-ZIELE ZU ERREICHEN

Im Rahmen einer kürzlich durchgeführten Studie verglich das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) Glasfaser-Punkt-zu-Punkt- und Punkt-zu-Mehrpunkt-Netztopologien mit der herkömmlichen Verkabelung in Gebäuden.

Das neue deutsche Telekommunikationsgesetz definiert die Bedingungen für den Aufbau und die gemeinsame Nutzung der gebäudeinternen Infrastruktur. Ziel ist es, für Netzbetreiber Anreize zu schaffen, in Zugangsnetze mit sehr hoher Kapazität zu investieren und diese auszubauen. Eine aktuelle WIK-Studie kommt zu dem Schluss, dass sich mit den derzeitigen Verkabelungen in Gebäuden die Gigabit-Ziele der Regierung nicht realisieren lassen.

Ein Arbeitspapier bietet einen Überblick und technischen Vergleich über die verschiedenen in Deutschland vorherrschenden gebäudeinternen Netzwerkinstallationen und -technologien. Dabei wurde untersucht, welche davon in der Lage sind, 1 GBit/s (Down- und Upstream) bis zum Endkunden zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wurden auch die Auswirkungen der identifizierten Technologien auf die Förderung des offenen Zugangs zum Gebäude und damit auf den Wettbewerb zwischen den Netzbetreibern analysiert. Die Untersuchungen zeigten, dass Glasfaserkabel unbedingt erforderlich sind, um die von der Bundesregierung gesetzten Gigabit-Ziele zu erreichen. In dem Arbeitspapier heißt es:

„Die Öffnung der Gebäude für den Wettbewerb durch physische Entflechtung sollte nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein, aber kupferbasierte Netze sind nicht in der Lage, dies zu erreichen. Die bestehende Gebäudeverkabelung (Kupfer- oder Koaxialkabel) kann das nicht leisten – selbst wenn Wettbewerbspraktiken der gemeinsamen Nutzung der Gebäudeverkabelung gang und gäbe wären.“

Das WIK unterstreicht zudem die Bedeutung der Festlegung verbindlicher Normen für Kabel und Kabelführungswege bei der Einführung und Renovierung von gebäudeinterner Infrastruktur.

„Sie machen nicht nur die erforderlichen Investitionen vorhersehbarer, sondern erleichtern auch die Aufrüstung der gebäudeinternen Infrastruktur zu Netzen mit sehr hoher Kapazität und erhöhen letztlich deren Anpassungsfähigkeit an künftige Entwicklungen. Ein runder Tisch von Interessenvertretern könnte diese Standards festlegen.“

Die Ungewissheit darüber, in welchem Umfang und zu welchen Kosten die Endkunden erreicht werden können, kann sich indes negativ auf Investitionsentscheidungen zur FTTH-Einführung auswirken.

Vergleich der Technologien

Kupfer mit XG.FAST

Mehr als 70% der aktiven Inhouse-Verkabelungsanschlüsse in Deutschland entfallen derzeit auf die verdrillte Kupferpaarverkabelung. Die gemeinsame Nutzung der vorhandenen Kupferkabel in Gebäuden geht mit einer geringeren Signalqualität einher. Mit Kupferdoppeladerkabeln können Wettbewerb (durch physikalische Entflechtung) und symmetrische Gigabit-Geschwindigkeiten erreicht werden, die getrennt voneinander angestrebt werden können; allerdings nicht gemeinsam.

Koaxialkabel

DOCSIS auf Koaxialbasis machen aktuell etwa 70% der „durchgeschalteten“ und 25 % der „aktivierten“ Haushalte in Deutschland aus. Während Qualitätsverluste kein Thema sind, ist die physische Entflechtung von Koaxialkabeln nur in begrenztem Umfang, unter bestimmten Umständen und mit eingeschränkten Ergebnissen möglich. Die Entflechtung von Koaxialkabeln erfordert einzelne Koaxialkabel; also eine Topologie, die in deutschen Gebäuden unüblich ist.

Glasfaserkabel

In einer Punkt-zu-Punkt-Topologie eingesetzt, können diese zuverlässig symmetrische Gigabit-Geschwindigkeiten an den Endnutzer liefern. Diese zukunftssichere Technologie weist keine der Probleme oder Einschränkungen auf, mit denen die kupferbasierte Infrastruktur in Gebäuden konfrontiert ist. Allerdings können die Vorteile schnell verschwinden, wenn eine Punkt-zu-Mehrpunkt-Topologie mit Kaskadensplittern für den Glasfasereinsatz verwendet wird.

20.03.2023