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WI-FI 6 ZÜNDET DEN E-TURBO

Seit in Deutschland die WLAN-Nutzung im 6-Gigahertz-Bereich freigegeben ist, kann der neue Standard Wi-Fi 6E genutzt werden. Für den perfekten Einsatz sind bei der Einrichtung oder Aufrüstung einer WLAN-Infrastruktur einige Punkte zu beachten.

Ein zentraler Schritt bei der Einführung von Wi-Fi 6E und des 6-GHz-Bandes ist der Einsatz neuer Access Points (APs). Gleichzeitig gibt die individuelle räumliche Situation den Handlungs- und Gestaltungsrahmen vor.

Access Points

Um Wi-Fi 6E zu nutzen, müssen ältere APs gegen neue Modelle ausgetauscht werden, die das 6-GHz-Band unterstützen. Das neue Frequenzband ist so breit, dass es nicht als Erweiterung des 5-GHz-Bandes oder Wi-Fi 6 behandelt werden kann. Insofern werden neue APs mit entsprechendem Funkchip benötigt (z.B. den aruba 635 AP, der den Dreibandbetrieb im 2,4, 5 und 6 GHz-Spektrum unterstützt). Der Zugang zum 6-GHz-Band mit neuen Wi-Fi 6E APs ermöglicht eine Verdoppelung der bestehenden Kapazität mit mehr zusammenhängendem Spektrum und breiteren Kanälen bis hin zu 160 MHz.

Beim Neuaufbau eines WLAN-Netzwerks mit Wi-Fi 6E können Netzwerkadministratoren gleich mit 6-GHz-fähigen APs beginnen, da diese Abwärtskompatibilität bieten und potenzielle Gleichkanalstörungen durch benachbarte WLANs eliminieren.

Bei der Aufrüstung eines bestehenden WLAN-Netzwerks auf Wi-Fi 6E müssen Planer hingegen die vorhandenen, limitierenden technischen Faktoren berücksichtigen; z.B. die AP-Platzierung, die Backhaul-Bandbreite und die AP-Stromversorgung.

Verkabelung

Die Platzierung von APs wird im Regelfall durch die Kabelführung bestimmt, die sich bei bestehenden Netzwerken nur mit erheblichem Aufwand ändern lässt. Ein neuer Tri-Band-AP wird zumeist also wieder am alten Standort installiert. Bei neuen Gebäuden, mit neu zu verlegender Verkabelung, haben die Planer mehr Spielraum. Das ist von Vorteil, weil die durchschnittliche AP-Abdeckung in Unternehmensnetzwerken auf 140 bis 190 Quadratmeter gesunken ist. Es sind mittlerweile also kürzere Entfernungen zwischen den APs und Client-Geräten notwendig um optimale Datenraten zu gewährleisten.

Edge-Switches

Die Wi-Fi-6E-Generation von Unternehmens-APs wird dreibandig ausgelegt sein. Gleichzeitig ist das 6-GHz-Spektrum groß genug ist, um 80- oder 160-MHz-Kanäle bereitzustellen. Der Datenverkehr, der jeden AP durchläuft, wird folglich massiv zunehmen. Wenn die Anzahl der Wi-Fi-6E-fähigen Clients, die auf das Netzwerk zugreifen, steigt, kann ein Gigabit-Ethernet-Backhaul bereits zu einem Engpass führen. Insofern ist es wichtig, den zu erwartenden Datenverkehr pro AP zu berechnen und ein Upgrade der Edge-Switches auf Smart Rate (2,5 oder 5 GBit/s) Ethernet in Betracht zu ziehen.

Strombedarf

Die neuen Enterprise-Class-APs im Dreibandbetrieb benötigen mehr Strom als die Vorgängermodelle. So kann der Bedarf der Wi-Fi 6E-kompatiblen APs auf bis zu 25,5 W ansteigen. Damit wäre bereits die Leistungsgrenze von PoE +-Switches erreicht und es kann ein Switch-Upgrade auf PoE++ ratsam sein.

Einsatznotwendigkeit

In Campus-Umgebungen oder bei Unternehmen mit mehreren Betriebsbereichen ist festzulegen, in welcher Reihenfolge bestimmte Areale oder Gebäude auf Wi-Fi 6E aufgerüstet werden. Bei der Priorisierung ist berücksichtigen, wie die Bereiche genutzt werden, welche Anwendungen dort laufen und welche Infrastruktur dort vorhanden ist.  Wi-Fi 6E wird anfangs primär für stationäre Rechner, Laptops und High-End-Smartphones verfügbar sein. Insofern ist es sinnvoll, Büroumgebungen gegenüber Fertigungsstätten oder Lagerhallen zu bevorzugen; zumal IoT-Geräte in Lagerhallen in der Regel auf das 2,4-GHz-Frequenzspektrum angewiesen sind.

10.12.2021