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MEHR SOFTWARE ALS HARDWARE IN NETZWERKEN

Auch wenn Cat.5-Kabel nach wie vor die bestehenden Netzwerkinfrastrukturen dominieren – die Weiterentwicklung moderner Netzwerke liegt in der Software. Schon jetzt werden mehr und mehr Netzwerke durch smarte Software als durch umfangreiche Hardware definiert. Genau in diese Richtung zielen die Ansätze von Intent Based und Adaptive Networking.

Die Netzwerkinfrastruktur von Unternehmen ist unverzichtbar und somit geschäftskritisch – das gilt sowohl für große Konzerne wie auch für kleine und mittelständische Betriebe. Leider ist es den Geschäftsleitungen nur schwer zu vermitteln, weshalb kontinuierlich in die Netzwerkinfrastruktur investiert werden muss. Zumal auch IT-Budgets limitiert sind. Doch neue Techniken wie Intent Based und Adaptive Networking versetzen Unternehmen in die Lage, die Komplexität im lokalen Rechenzentrum sowie den Kostenaspekt in den Griff zu bekommen.

Was kann Intent Based Networking leisten?

Intent Based Networking (IBN) ist ein Modell, das beschreibt, was Netzwerke hinsichtlich der geforderten Ergebnisse leisten sollen. Dabei sollen Geschäftsführung und IT vorgeben können, welche Geschäftsziele die Netzwerkinfrastruktur unterstützt und ermöglicht.

Kriterien für ein Intent Based Networking:

  • Bewertung und Übertragung
    Die IBN-Lösung basiert auf der übergeordneten Business-Richtlinie und berücksichtigt somit das übergeordnete Geschäftsziel (Was soll erreicht werden?). Diese Ziele werden dann in einem systematischen Prozess überprüft und anschließend in die dafür erforderliche Netzwerkkonfiguration übertragen (Wie soll das Ziel erreicht werden?).
  • Automatische Implementierung 
    Das IBN-System muss in der Lage sein, die notwendigen Konfigurationen und Änderungen der vorhandenen Netzwerkinfrastruktur autonom vorzunehmen. Dafür werden Techniken wie Netzwerkautomatisierung und -orchestrierung eingesetzt.
  • Wahrnehmung
    Das IBN-System überwacht das Netzwerk in Echtzeit. Dabei agiert es plattformunabhängig sowohl bezüglich der Protokolle als auch der zumeist heterogene Transportschichten der Infrastruktur betrifft.
  • Absicherung und Optimierung
    Das IBN-System prüft kontinuierlich und dynamisch, inwieweit das definierte Geschäftsziel umgesetzt und erreicht wird. Bei Abweichung, so kann es ggf. sogar entsprechende Anpassungen und Optimierungen durchführen.

Im Idealfall ist ein IBN-gestütztes System in der Lage, den kompletten Managementzyklus einer Netzwerkinfrastruktur abbilden. Um dies zu leisten stellt es Dienste bereit, die von der obersten Ebene (Geschäftsprozesse) bis hin zum operativen Netzwerk (Infrastruktur) reichen. So bekommen die IT-Verantwortlichen ein Werkzeug an die Hand, mit dem die Anforderungen des Geschäftsbetriebs direkt in die vorhandene Netzwerkinfrastruktur übertragen werden können.

Was macht Adaptive Networking aus?

Statische Netzwerkstrukturen, wie sie noch vielfach im Einsatz sind, haben keine große Zukunft. Ein Trend, der in diese Richtung zeigt, sind z.B. autonome Netzwerke, die ohne den Eingriff menschlicher Administratoren betrieben werden können. Sie sind in der Lage, selbstständig die Konfiguration wie auch die Wartung und Überwachung der Netzwerkressourcen zu übernehmen.

Doch selbst solche Netzwerke sind noch zu starr und mit Einschränkungen behaftet. Im Idealfall müssen Netzwerke so agil sein, um unmittelbar auf spezifische oder temporäre Anforderungen zu reagieren. Adaptive Networking ist ein Lösungsansatz, um ein konventionelles Netzwerk in eine programmierbare Infrastruktur umzuwandeln.

Ein solches Netzwerk sollte folgenden Techniken und Bestandteil beinhalten:

  • Programmierte Infrastruktur
    Dieser Aspekt des Adaptive Networking wird als hochintelligent bezeichnet und ist in der Lage, die verarbeiteten Daten auszuwerten, zu interpretieren und Lösungen einzuspielen; dazu gehört z.B. das Umleiten des Datenverkehrs beim Ausfall einer Verbindung oder das Beheben von Latenz- oder Kapazitätsproblemen bei einer Verbindung.
  • Analytik und Informationen
    Von der programm-basierten Infrastruktur wird eine große Datenmenge erzeugt. Als Big Data werden die Daten kategorisiert, die Tendenzen anzeigen, an die sich das Netzwerk nach und nach anpassen muss. Big Data liefert Informationen für langfristige Anpassungen sowie für auffällige Datenverkehrsmuster und für potenziell fehleranfällige Netzwerkkomponenten.
  • Kontrolle und Steuerung der Software plus Automatisierung
    Menschliches Versagen ist nach wie vor eine der Hauptursachen für Netzwerkausfälle. Deshalb ist es sinnvoll, bestimmte Aufgaben (z.B. das Laden von Zugriffskontrollen oder die Provisionierung von Routern) zu automatisieren. Es ist wichtig, dass Automatisierungen immer anbieterübergreifend funktionieren, da die Netzwerkinfrastrukturen und -ressourcen im Regelfall nicht nur aus Geräten eines einzigen Herstellers bestehen.

Die Herausforderungen, die bei der Verwaltung und Betreuung von modernen Netzwerken auftreten, lassen sich nicht allein durch automatisierte Netzwerke lösen können. Aber insbes. Service Provider benötigen mehr software-gesteuerte, automatisierte Prozesse für die Netzwerkverwaltung, um den hohen Kundenerwartungen gerecht zu werden. Techniken wie und das Intent Based und Adaptive Networking leisten einen Beitrag, um diese Ziele zu erreichen.

21.03.2022