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KONNEKTIVITÄT MIT WI-FI 6E UND 5G

Lokale Funknetze und Mobilfunkstandards konkurrieren um die Poleposition bei der Internet-Konnektivität. Ob Wi-Fi 6E oder 5G die bessere Lösung ist, kommt immer auf den Anwendungsfall an. Es können aber auch beide Varianten gleichzeitig eingesetzt werden.

Im selben Maße wie das Datenvolumen im Netz ansteigt, wächst auch die Nachfrage nach performanten Konnektivitätslösungen mit dem Internet. Der Konsum multimedialer Inhalte sowie die Cloud-Transformation in vielen Unternehmen sorgen dafür, dass WLAN-Netze ihre Belastungsgrenze erreichen.

Zur Bewältigung der Datenmenge standen in Europa bis vor Kurzem bei der WLAN-Technologie nur die Frequenzen zwischen 2,4 und 5,0 GHz zur Verfügung. Für eine Ausweitung des Spektrums hat das Electronic Communications Committee jetzt auch das Frequenzband zwischen 5,925 und 6,425 GHz freigegeben. Das Potenzial zwischen 6,425 und 7,125 GHz bleibt weiterhin ungenutzt.

Durch die Öffnung von 6-GHz-Frequenzen entstehen im Wi-Fi-Bereich 14 zusätzliche 80-MHz-Kanäle und 7 neue 160-MHz-Kanäle. Das Frequenzspektrum steht Unternehmen unlizenziert für die Nutzung zur Verfügung. Das ist bei 5G anders. Hier erstrecken sich die Frequenzen von 3,0 bis 3,8 GHz, bieten eine Bandbreite von 100 MHz und sind lizenziert. Interessierte Nutzer müssen sie also erwerben. Durch diese Besonderheit unterscheiden sich die Einsatzbereiche und technischen Anforderungen bei der Implementierung.

Einsatzgebiete von Wi-Fi 6E

Basierend auf Wi-Fi 6 stellt Wi-Fi 6E (E = enhanced) eine technische Weiterentwicklung dar. Unternehmen können diese nutzen, um ihren 802.11n-Standard zu aktualisieren. Allerdings eignet sich dieser leistungsfähige Standard besonders für diverse Anwendungsszenarien mit hohen Anforderungen an deren Datenverarbeitungsprozesse.

Unternehmen mit Anwendungsschwerpunkten in den Bereichen Virtual Reality oder IIoT können von der 6E-Technologie profitieren. Wenn zahlreiche smarte Geräte in einer Fabrikhalle eingesetzt werden, ist ein leistungsstarkes Netz nötig, um einen Datenaustausch in Echtzeit sicherzustellen. Überdies lassen sich Anwendungen zur Steuerung, Analyse und Fernwartung von Maschinen entwickeln.

Im Gastronomie- und Beherbergungsgewerbe sind viele smarte Services denkbar – von der Bestellung des Zimmerservice per App bis zur Internetnutzung in den Hotelzimmern gibt es zahlreiche Anwendungen, die ein belastbares Netz erfordern.

Auch im Schul- und Bildungsbereich gibt es vielfältige Potenziale – die Wissensvermittlung mit digitaler Unterstützung, das Lernen mit Hilfe von Tablets, Laptops, Tablets oder Smartscreens. Zwingende Voraussetzung ist allerdings eine stabile und leistungsfähige Internet-Verbindung.

Um den Bedürfnissen der Industrie, dem Gastgewerbe, dem Bildungssektor und zahlreichen weiteren Branchen gerecht zu werden, entwickeln Anbieter schon intensiv Lösungen zur Nutzung von Wi-Fi 6E. Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Wi-Fi 6 kann derzeit nur in Innenräumen eingesetzt werden. Für Unternehmen, die eine Anbindung im Außenbereich benötigen ist Wi-Fi 6 keine Option.

Einsatzgebiete von 5G

Ist die WLAN-Technologie im Zeitalter des ultraschnellen Mobilfunkstandards 5G überhaupt noch zeitgemäß? Ja und nein – denn es geht nicht darum, die beiden Technologien gegeneinander auszuspielen. Jede Organisation kann für ihre individuellen Anwendungsfälle die am besten passende Übertragungstechnologie einsetzen. Wi-Fi 6E und 5G müssen als unterschiedliche, aber komplementäre Technologien verstanden werden. Im Zusammenspiel ermöglichen sie höhere Geschwindigkeiten und Kapazitäten sowie geringere Latenzzeiten. Im Vergleich zu Wi-Fi 6E lassen sich mit 5G eine lückenlose Netzabdeckung und größere Reichweite realisieren, welche durch die geringere Frequenz ermöglicht wird. Die Technologie ist flächendeckend, auch im Außenbereich einsetzbar und ermöglicht Datenübertragungen in Höchstgeschwindigkeit.

Für die Umsetzung des autonomen Fahrens im öffentlichen Straßenverkehr ist die Mobilfunktechnologie 5G fast alternativlos. Ein weiteres anspruchsvolles Anwendungsgebiet sind Fern-OPs, bei denen Operationen per Stream an einen Ort außerhalb des Krankenhauses übertragen wird, wo sie begleitet werden können. Damit es bei der Datenübertragung zu möglichst geringen Verzögerung kommt, sind minimale Latenzzeiten nötig. Weil es dabei auf jeden Sekundenbruchteil ankommt, bietet 5G die Möglichkeit, die Latenzzeit auf eine Hundertstelsekunde zu verringern.

Wi-Fi als kostengünstige Standardtechnologie – 5G für selektive Anwendungsszenarien

Für Unternehmen ist Wi-Fi 6E eine kostengünstige Alternative um Vielfältige Anwendungen zu realisieren. Denn die Technologiekosten pro Flächeneinheit sind über den gesamten Lebenszyklus betrachtet vergleichsweise günstig. Welche herausragende Stellung Wi-Fi im Alltag einnimmt, wird dadurch deutlich, dass die Technologie rund 60 % des Datenverkehrs durch mobile Endgeräte verarbeitet – mit weiter steigender Tendenz. Ohne die Möglichkeit, den Datenverkehr auf Wi-Fi zu verlagern, würde sich die Nutzung des 4G- und 5G-Netzes erheblich verteuern. Wi-Fi-fähige Endgeräte sind in der Anschaffung günstiger als zusätzliche LTE- oder 5G-fähige Devices. Ein wesentlicher und gravierender Kostenfaktor bei 5G ist die notwendige neue Infrastruktur. Wenn kürzeste Übertragungszeiten essenziell sind und die Abdeckung weiträumiger Betriebsgelände mit Außenbereichen zu realisieren sind, ist 5G eine gute Alternative – vorausgesetzt, man ist bereit, die Mehrkosten zu tragen. Für die Mehrzahl der betrieblichen Anwendungen wird Wi-Fi jedoch weiterhin die bevorzugte Konnektivitätslösung bleiben.

14.01.2022